Es ist höchste Zeit für die Gemeinschaftsschule!
Schule muss besser und gerechter werden
Die bayerische Schule ist ungerecht. Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien haben schlechtere Chancen auf gute Bildung als solche aus reichen, gebildeten Familien. Dies wird in nationalen und internationalen Bildungsuntersuchungen immer wieder aufs Neue gezeigt. Die unlängst veröffentlichte aktuelle PISA-Studie stellt dies für ganz Deutschland fest, aus nationalen Vergleichen weiß man, dass Bayern in dieser Hinsicht Schlusslicht in Deutschland ist.
Empirisch verbunden mit der Benachteiligung ist, dass Schülerinnen und Schüler hierzulande schon nach der vierten Klasse in „Töpfchen“ oder „Kröpfchen“ sortiert werden, während erfolgreichere Länder deutlich länger gemeinsam lernen. Die Wissenschaft identifiziert hier nicht erst seit gestern einen ursächlichen Zusammenhang.
Sortierung der Schülerinnen zementiert gesellschaftliche Unterschiede
Das Sortieren von zehnjährigen Kindern nach angeblichen Begabungen gilt bei den bayerischen Bildungsverantwortlichen als passgenau und leistungsgerecht. Genau dies aber wird unter anderem von einem der weltweit renommiertesten Bildungsforscher, John Hattie, massiv kritisiert. Deutschlands Schulsystem sei ungerecht, ineffizient und gesellschaftlich schädlich. Die breite Forschung bestätigt diesen Befund.
Auch Bayerns Eltern wünschen sich eine längere gemeinsame Schulzeit für ihre Kinder. Das hat der Bayerische Elternverband bereits im Jahr 2018 in einer Umfrage unter Eltern von Schulkindern erhoben. Doch auf diesem Ohr sind Staatsregierung und Kultusministerium taub. Evidenzbasierte Begründungen für das Festhalten an einem ungerechten und wenig erfolgreichen System gibt es auch auf Nachfrage nicht.
Das bayerische Schulsystem steht massiv in der Kritik
„Mit der Gemeinschaftsschule als weitere Schulart würden nicht nur Bildungsgerechtigkeit und Bildungsergebnisse auf ein höheres Niveau gehoben, sondern man könnte endlich auch die Inklusion gut umsetzen. Weil das hierzulande nur höchst unzureichend klappt, bekommt Deutschland regelmäßig einen Rüffel von den Vereinten Nationen“, moniert Christine Lindner, Sprecherin des Bündnisses Gemeinschaftsschule Bayern. Auch hier beachte Bayern weder wissenschaftliche Evidenz noch die internationale Verpflichtung. Die Gemeinschaftsschule könne viele der gegenwärtigen Probleme lösen. „Es fällt auf, dass unter den 51 Trägern des Deutschen Schulpreises von 2019 bis 2026 allein 34 Gemeinschaftsschulen sind.“
Nach mehreren gescheiterten Versuchen engagierter Kommunen, zuletzt der Landeshauptstadt München, eine Gemeinschaftsschule genehmigt zu bekommen, macht sich nun das Bündnis Gemeinschaftsschule Bayern auf den Weg zu prüfen, ob die überfällige Zulassung dieser Schulart in Bayern mittels eines Volksbegehrens durchgesetzt werden kann.
Um darüber zu sprechen, lädt das Bündnis am 21. November von 10 bis 13 Uhr ins Hotel am Alten Park in Augsburg ein. Neben den rund 40 Organisationen, die dem Bündnis bereits angehören bzw. das Bündnis unterstützen, wurden weitere namhafte Akteure eingeladen. Es werden sowohl politische wie auch pädagogische Aspekte beleuchtet und diskutiert. Keynotes zur politischen Situation gibt es von Stefan Ruppaner, Landesvorsitzender der Freien Wähler in Baden-Württemberg und ehemaliger Schulleiter der Alemannenschule in Wutöschingen, die als staatliche Gemeinschaftsschule zweimal den Deutschen Schulpreis bekommen hat. Zu den pädagogischen Aspekten referiert der Sonderpädagoge und Bildungsforscher Prof. Dr. Markus Gebhardt von der LMU München.
Herzliche Einladung auch an Pressevertreterinnen
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