Warum die Gemeinschaftsschule NOTwendig ist

Inklusion kann im bestehenden Schulsystem nur höchst unzulänglich umgesetzt. Die Gemeinschaftsschule wird ALLEN Kindern gerecht. Die Notwendigkeit der Einführung der Gemeinschaftsschule wird gerade auch aus aktuellen Forderungen deutlich.


Staatenprüfung Deutschlands durch den UN-Fachausschuss

Sehen Sie weitere Informationen dazu auf dieser Seite.


Forderungspapier der Behindertenbeauftragten des Bundes und der Länder
zur inklusiven schulischen Bildung

Die Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern fordern in ihrer Erklärung vom 9.12.2022 die Gewährleistung qualitativ hochwertiger inklusiver schulischer Bildung in allen Bundesländern. Auch 13 Jahre nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention ist festzustellen, dass „von den 582.400 Schüler*innen, die im Jahr 2020 sonderpädagogisch gefördert wurden, …rd. 56% eine Förderschule und rd. 44% eine allgemeine Schule [besuchten].“


Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Jürgen Dusel fordert anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung die Abschaffung der Sonderschulen. Es sei richtig, „dass Kinder mit und ohne Behinderung zusammen in die gleiche Schule gehen“, sagte Dusel. Und weiter: Damit Kinder mit Behinderung ihren Mehrbedarf an Unterstützung bekommen, müssten Förderschulpädagogen in die Regelschulen. „Das fehlt in der Realität immer wieder, und dann fährt man das Thema Inklusion an die Wand.“
(Quelle: Süddeutschen Zeitung vom 05.12.2022 http://sz.de/1.5709287)
Auch die Plattform Kobinet betont, dass Inklusion ein Menschenrecht ist und weist auf das bestehende Defizit hin. In der Erklärung der Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern werden fünf deutliche Forderungen erhoben:
1. Hochwertige inklusive Bildung gewährleisten
2. Transformation zügig und strukturiert voranbringen
3. Unabhängige Förderdiagnostik, individuelle Förderplanung, erforderliche Nachteilsausgleiche und Hilfsmittel gewähren
4. Inklusive Schulen mit qualifiziertem Personal bedarfsgerecht ausstatten
5. Bauliche, technische und digitale Barrierefreiheit gewährleisten
Die Plattform Kobinet greift auch den Beitrag in MONITOR vom 19- Januar 2023 auf, in dem aufgezeigt wurde, wie die Etikettierungsschwemme zum Erhalt des Förderschulwesens beiträgt und letztlich „Kinder behindert macht“.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) hat die Bundesregierung und die Bundesländer aufgefordert, endlich für die Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems zu sorgen. „Ein flächendeckendes inklusives Schulsystem ist gut für alle Kinder – mit und ohne Behinderungen.“ Die Realität ist jedoch weit davon entfernt: „Die Exklusionsquote – das ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die im Verhältnis zur Gesamtzahl der Schüler*innen in Förderschulen unterrichtet werden – stagniert seit Jahren.“ Gerade Bayern gehört zu den Bundesländern, in denen immer mehr Kinder in Förderschulen unterrichtet werden. „Inklusive Bildung ist der Grundpfeiler einer inklusiven Gesellschaft“, sagt Susann Kroworsch, Institutsexpertin für inklusive Bildung. „Gemeinsames Leben und Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung ist die beste Grundlage für gegenseitigen Respekt und die Wertschätzung von Vielfalt.“ Sehen Sie dazu auch das folgende Statement von Susann Kroworsch auf YouTube:



(Quelle: https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/im-fokus/inklusive-bildung-gemeinsam-lernen-miteinander-leben – Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom 08.12.2022 http://sz.de/1.5711191)
Siehe dazu auch die Plattform News4Teachers.


Dr. Sigrid Arnade, die neue Vorsitzende des Sprecher*innenrats des Deutschen Behindertenrats (DBR), ist begeistert von der ANSTALT vom 20.12.2022. Zitat: „Ich war beeindruckt von der Präzision der Faktenrecherche sowie dem Kunststück, diese vielschichtigen Themen in nur 48 Minuten verständlich und gleichzeitig unterhaltsam darzustellen und dabei sogar noch die eigentlichen Probleme zu verdeutlichen: Weder von den Werkstätten noch von den Sonderschulen profitieren behinderte Menschen.“ Und weiter: „…wenn Inklusion gut realisiert wird, profitieren alle davon, auch hochbegabte Schüler*innen mit und ohne Behinderung. Und dann ist es den Eltern egal, dass in der Klasse ihres „Malte-Sokrates“ auch behinderte Kinder lernen.

Insgesamt ist es in den vergangenen 20 Jahren nicht gelungen, den Kompetenzerwerb von der sozialen Herkunft deutlich zu entkoppeln und den Anteil kompetenzschwacher Schülerinnen und Schüler erkennbar zu verringern.
Quelle: Deutsches Schulportal

Aus dem Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP 2021 – 2025 (S. 94):
Wir wollen gemeinsam darauf hinwirken, dass jedes Kind die gleiche Chance auf Entwicklung und Verwirklichung hat. Dazu werden wir einen Bildungsgipfel einberufen, auf dem sich Bund, Länder, Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über neue Formen der Zusammenarbeit und gemeinsame ambitionierte Bildungsziele verständigen. Wir werden eine Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Kommunen einsetzen, die die Zusammenarbeit strukturiert und verbessert und das Erreichen der Ziele sichert. Gemeinsam mit den Ländern wollen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, gemeinsam gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen und Qualität, Leistungsfähigkeit und Weiterentwicklung des Bildungswesens zu stärken. Soweit erforderlich, bieten wir Gespräche über eine Grundgesetzänderung an.“